Die Implantologie ist eine der lukrativsten Zusatzqualifikationen in der Zahnmedizin – und gleichzeitig ein Bereich, in dem die Kursqualität enorm variiert. Dieser Leitfaden hilft dir, die richtige Fortbildung zu wählen.
Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie: Was brauchst du?
Die Zahnärztekammern vergeben den Tätigkeitsschwerpunkt „Implantologie" nach unterschiedlichen Anforderungen. Typisch:
- Theoretischer Anteil: 50–100 Stunden Kurszeit
- Praktischer Anteil: Hands-on an Phantom oder Tier (Schweinekiefer)
- Fallzahl: Eigenständig durchgeführte Implantate unter Supervision
- Fortlaufende Fortbildung: Regelmäßige CME-Punkte im Fachbereich
Hands-on vs. Lecture-only Kurse
Der entscheidende Unterschied:
Hands-on-Kurse:
- Du arbeitest direkt am Modell oder im OP
- Sofortige Korrektur durch erfahrene Trainer
- Teurer (500–2.500 € für 2-Tages-Kurs), aber unersetzlich
- Empfehlung: für alle, die noch keine oder wenig Implantaterfahrung haben
Lecture-Kurse:
- Theoretisches Wissen, Fallvorstellungen
- Günstiger, gut zur Auffrischung
- Für erfahrene Implantat-Zahnärzte zur Wissensaktualisierung
Welche Systeme solltest du lernen?
Die drei marktführenden Systeme in Deutschland:
- Straumann – Premium, weltweit verbreitet, gute Evidenz
- Nobel Biocare – breite Indikationspalette, bekannt für All-on-4
- Dentsply Sirona – Integration mit digitalem Workflow
Tipp: Lerne mindestens ein Premiumsystem und ein preisgünstigeres System (z.B. Camlog, Thommen) für selbstzahlende Patienten.
Kursanbieter im Überblick
Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI): Strukturiertes Curriculum, anerkannt von allen Kammern. Zeitaufwändig aber umfassend.
Universitäre Kurse: Hochwertig, wissenschaftlich fundiert, teils mit Kassenabrechnung kombinierbar.
Hersteller-Kurse: Praxisnah, systemspezifisch, oft subventioniert. Qualität variiert stark.
Private Fortbildungsakademien: Flexibel, oft international (Mallorca, Südtirol), gute Hands-on-Anteile.
Kosten und Amortisation
Ein guter Implantologie-Kurs kostet 1.000–5.000 €. Die erste eigenständig gesetzte Implantatkrone bringt 1.500–4.000 € Umsatz. Die Amortisation ist in der Regel nach 2–5 Implantaten erreicht.
Fazit
Investiere in qualitativ hochwertige Hands-on-Kurse, vorzugsweise mit Kammeranerkennung. Die DGI-Curricula sind aufwändig aber der Goldstandard. Für Einsteiger: starte mit einem soliden 2-Tages-Hands-on-Kurs eines renommierten Trainers.