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Ratgeber7 Min Lesezeit

Digitalisierung der Arztpraxis 2026: ePA, TI und was wirklich wichtig ist

Elektronische Patientenakte (ePA), Telematikinfrastruktur (TI), KIM – was bedeutet die Digitalisierung konkret für Arzt- und Zahnarztpraxen? Tipps für 2026.

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suviendo Team
29. April 2026

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran – manchmal schneller als die Praxen mithalten können. Dieser Artikel gibt dir einen realistischen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und was konkret zu tun ist.

Elektronische Patientenakte (ePA) – Stand 2026

Seit dem 15. Januar 2025 wird die ePA für alle gesetzlich Versicherten automatisch angelegt (Opt-out statt Opt-in). Als Praxis musst du:

  1. TI-Anbindung sicherstellen (Konnektor + VPN-Zugangsdienst)
  2. PVS-Update installieren (dein PVS-Anbieter muss ePA-kompatibel sein)
  3. Praxiskarte (SMC-B) und Heilberufsausweis (HBA) für Mitarbeiter
  4. Mitarbeiter schulen auf den Umgang mit der ePA

Realitätscheck: Die ePA füllt sich zunächst automatisch mit Medikamentsdaten, AU-Bescheinigungen und Laborbefunden. Als Arzt kannst du aktiv Dokumente einstellen und abrufen – aber nicht alle Patienten haben das freigegeben.

Telematikinfrastruktur (TI) – was du haben musst

Pflicht für alle zugelassenen Praxen:

  • Konnektor (hardware- oder cloudbasiert)
  • Praxisausweis (SMC-B)
  • Heilberufsausweise (HBA) für alle approbierten Personen in der Praxis
  • KIM (Kommunikation im Medizinwesen) – verschlüsselter Nachrichtendienst

Sanktionen bei fehlender Anbindung: Honorareinbehalt von 2,5% durch die KV/KZV.

E-Rezept

Das E-Rezept ist seit 2024 flächendeckend verpflichtend. Wichtig:

  • Ausstellen über TI-fähiges PVS
  • Patienten können Rezept in der ePA oder als Ausdruck erhalten
  • BtM-Rezepte: noch nicht vollständig digitalisiert (Stand 2026)

KI in der Praxis – was ist sinnvoll?

Bereits praxistauglich:

  • KI-gestützte EKG-Auswertung (kardiale Vorsorge)
  • Automatisierte Befundung von Röntgenbildern (Zahnmedizin: Karies-KI wie Denti.AI)
  • Sprachassistenten für Diktat und Dokumentation

In Entwicklung:

  • KI-gestützte Diagnostik-Assistenz
  • Predictive Analytics für Recall und Terminplanung

Praktische Empfehlungen

  1. PVS-Vertrag prüfen: Ist dein Anbieter ePA-kompatibel und wie schnell kommen Updates?
  2. Konnektor-Wartung: Läuft der Konnektor stabil? Regelmäßige Updates einspielen.
  3. Datenschutz: DSGVO-Schulung für das Team jährlich wiederholen.
  4. Budget planen: Rechne mit 2.000–5.000 € jährlichem IT-Budget pro Praxis.

Fazit

Die Digitalisierung ist keine Frage des "Ob", sondern des "Wann und Wie". Praxen, die jetzt in stabile Infrastruktur investieren, werden langfristig profitieren – durch Zeitersparnis, weniger Fehler und bessere Vernetzung.

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