Als Arzt oder Zahnarzt bist du pflichtmäßiges Mitglied im berufsständischen Versorgungswerk – aber reicht das für eine sorgenfreie Rente? Wir vergleichen die wichtigsten Optionen.
Das Versorgungswerk
Das berufsständische Versorgungswerk (z.B. Ärzteversorgung Bayern, Zahnärzteversorgung Westfalen-Lippe) ist für die meisten niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte die Pflichtversorgung statt der gesetzlichen Rentenversicherung.
Vorteile:
- Renditeorientiert, historisch gut performend (4–5% p.a. in vielen Werken)
- Berufsunfähigkeitsschutz inklusive
- Hinterbliebenenrente
- Beiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar
Nachteile:
- Wenig Flexibilität
- Bei schlechter Kapitalanlage des Werks sinkt die Rente
- Kein vorzeitiger Zugriff
Rürup-Rente (Basis-Rente)
Für Selbstständige besonders attraktiv: Im Jahr 2026 sind bis zu 30.826 € (Ledige) bzw. 61.652 € (Verheiratete) als Sonderausgaben absetzbar – seit 2023 zu 100% abziehbar.
Gut geeignet als Ergänzung, wenn du im Top-Steuersatz bist (42% oder 45%). Die Steuerersparnis ist erheblich – bei 20.000 € Jahresbeitrag und 45% Steuersatz sparst du 9.000 € im Jahr.
Nachteil: Kapital nicht vor dem 62. Lebensjahr verfügbar, nur als Rente auszahlbar.
ETF-Depot
Für Ärzte unter 45 mit gutem Einkommen eine attraktive Ergänzung: kostengünstige Weltmarkt-ETFs (MSCI World, FTSE All-World) mit historisch 7–9% Rendite p.a.
Vorteile:
- Maximal flexibel (jederzeit verfügbar)
- Günstige Kosten (0,1–0,2% p.a.)
- Kapitalwachstum und Dividenden
Nachteil: Keine Steuervorteile bei Einzahlung, Abgeltungssteuer auf Gewinne.
Empfehlung je nach Lebensphase
| Phase | Empfehlung |
|---|---|
| Unter 40, hohe Steuerlast | Versorgungswerk + Rürup + ETF |
| 40–55, stabil | Versorgungswerk + ETF (flexibel) |
| Über 55, Praxisabgabe in Sicht | Versorgungswerk + Immobilien |
Fazit
Die ideale Altersvorsorge für Ärzte kombiniert das Pflicht-Versorgungswerk mit mindestens einer weiteren Säule. Rürup lohnt sich bei hoher Steuerlast, ETF-Depots schaffen Flexibilität. Lass dich von einem unabhängigen Finanzberater beraten – nicht von Produktverkäufern.